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MG

Linke enttäuscht über Planungsentwurf für Festplatz

Platz für sechs Caravan?
An der Mitzenheim- Straße in Hildburghausen soll für vier Millionen Euro ein Festplatz entstehen. Die jetzt vorgestellte Planung überzeugt die Linke im Stadtrat nicht.

Enttäuscht über den in der letzten Stadtratssitzung beschlossenen Planungsentwurf für den zwischen Mitzenheim- Straße, Seminarstraße und Kleinodsfeld vorgesehenen „Multifunktionsplatz“ hat sich die Fraktion der Linken gezeigt.

Zwar sei die Überplanung des gegenwärtigen städtebaulichen Missstandes grundsätzlich sinnvoll. Allerdings müsste der Betrachtungsraum wesentlich erweitert werden, wenn der Zielvorstellung der B- Planung, eine „grüne Achse“ vom Stadtberg bis zum Bereich an den Gemauerten Teichen zu vervollständigen, konsequent Rechnung getragen werden soll.

Die Kritik entzündet sich unter anderem daran, dass das Wasserbecken des Feuerteichs trotz künftig zugeschriebener Naherholungsfunktion nicht in die 18 000 Quadratmeter umfassende Planung einbezogen werden soll. Ebenfalls außen vor sind der in unbefriedigendem Zustand befindliche Parkplatz oberhalb der Schwimmhalle und das Bergmann- Stadion, obwohl hier für 2019 bereits erste bauliche Veränderungen angekündigt wurden.

Für Verwunderung sorgt auch, dass wiederum die bis 2035 in Erbbaupacht des nutzenden Vereins befindliche Tennisanlage vollständig in die Planung mit einbezogen wurde. Zwar beteuere die Verwaltung, die Anlage im Bestand sichern zu wollen, allerdings soll die bisher vom Verein als Parkplatz genutzte Anliegerfläche an der Seminarstraße künftig nur noch als vorgeschriebener Caravanstellplatz dienen. Dieser wäre aber nach Ansicht der Linken an der Schwimmhalle zweckmäßiger angeordnet. Künftig sollen die Nutzer der Tennisanlage auf dem neuen Großparkplatz parken. Aus Sicht der Linken sei dieser mit weit über 100 Einzelparkflächen völlig überdimensioniert. Denn bereits heute sei die Parkfläche kaum ausgelastet. Eine konkrete Bedarfsermittlung habe es offenbar nicht gegeben. Das in die Jahre gekommene städtische Konzept für ruhenden Verkehr bedürfe einer dringenden Aktualisierung. Grotesk wirke, dass tatsächlich stark frequentierte und auch bei künftiger Durchführung des Theresienfestes benötigte Parkflächen wie am Salzmarkt und der „Polizeiparkplatz“ an der Mitzenheim- Straße nicht in einen ansehnlichen Zustand versetzt werden sollen. Im jetzigen Planungsbereich soll dagegen für rund 4 Millionen Euro ein Parkplatz entstehen, welcher kaum benötigt wird. Denn für das Theresienfest stünde dieser Parkplatz nicht zur Verfügung, da er dann durch Festzelt und Schaustellergeschäfte beansprucht würde. Skeptisch sieht die Fraktion auch die in der Sitzung angekündigte inhaltliche Neuausrichtung des Festes. So habe das Planungsbüro ausdrücklich darauf hingewiesen, dass auf Grund der Lärmimmission für die anliegenden Wohnbereiche Abendveranstaltungen nicht mehr so lange stattfinden können wie am bisherigen Standort. Zur Begründung verwies die CDU- Fraktion darauf, dass in westdeutschen Städten ohnehin Feste grundsätzlich um 23.30 Uhr endeten und das Theresienfest künftig stärker als Familienfest ausgelegt werden solle. Dem widerspricht aber der jetzige vorgesehene Festplatz, da aus Sicht der Linken dort keine Platzkapazitäten für einen größeren und attraktiveren Rummel oder weitere familiengerechte Angebote mehr vorhanden seien.

Der Beschlussfassung folgt nun die Auslegung der Unterlagen und die damit verbundene Möglichkeit der öffentlichen Beteiligung.

Die Fraktion hofft, das in diesem Prozess  alternative Vorschläge zur Planung stärker aufgegriffen werden, als es in der Stadtratssitzung der Fall war.