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Kathrin Reinhardt

Keine Trostpflaster für Beschäftigte in der Pflege!

„Das Gesetz berücksichtigt nicht die gesamte Pflege, es ist wie so oft eine Flickschusterei und nicht genügend durchdacht,“ so Rumm. Vielmehr müsse es dafür sorgen, dass alle Fachkräfte in der Altenpflege mehr verdienen.
Pflegeheime und Pflegedienste sollen ab nächstem Jahr nur dann eine Zulassung erhalten, wenn sie die notwendigen Tariflöhne zahlen. „Aber warum nicht einen bundesweiten einheitlichen Tariflohn?“, fragen sich nicht nur die beiden Linkenpolitiker. Der erste Vorstoß, einen einheitlichen Tarifvertrag bundesweit einzuführen, scheiterte, weil ausgerechnet kirchliche Organisationen ihr Veto einlegten. Nahezu 50% der Pflegefachkräfte in der deutschen Altenpflege würden damit auch weiterhin nicht nach Tarif bezahlt, erklärt Rumm.


Experten gingen davon aus, dass der Lohn dieser Pflegekräfte um etwa 300 € monatlich steige. Was zunächst gut klänge, berücksichtige aber keineswegs die Realität des Arbeitsalltags in der Pflege. „Nur etwa ein Drittel der Angestellten arbeiten überhaupt Vollzeit. Die Lohnsteigerung fällt damit für die meisten bereits deutlich geringer aus. Dazu kommen dann noch Steuern und Abgaben,“ ordnet Hans-Jürgen Rumm die Zahlen ein. Eine solche Mini-Lohnerhöhung könne nicht die Lösung für die Pflegekrise sein. Dies überzeuge keinen der Beschäftigten, von denen viele aufgrund der Arbeitsbedingungen ohnehin schon mit ihrem Beruf hadern, weiterhin ihrer Tätigkeit nachzugehen.

Eine weitere Zahl deutet Harzer als Alarmsignal: „Während seit Jahren kontinierlich mehr Menschen pflegebedürftig sind, hinkt die Zahl der Pflegekräfte bereits jetzt drastisch hinterher. In 10 bis 15 Jahren werden mehr als 300.000 Pflegekräfte fehlen.“ Auch hier fehle es an Anreizen, um junge Menschen von diesem Tätigkeitsfeld zu begeistern.
Als Lösungen hierfür führt Hans-Jürgen Rumm neben einem Einstiegsgehalt von 4000€, wie es bereits der Deutsche Pflegerat fordert, die Einführung eines bundeseinheitlichen Pflegeschlüsseln an, der nicht theoretische Planungen, sondern den Alltag berücksichtigen müsse. Zur Finanzierung einer solchen Reform meint er: “Was wir brauchen ist eine gesetzliche Vollversicherung in der Pflege, eine Bürgerversicherung, in die ALLE einzahlen, inbegriffen Beamte und Selbstständige.“ Nur ein Gesetz, dass den Beruf wieder attraktiv mache, habe den Namen „Pflegereform“ überhaupt verdient.

Abschließend neben die beiden Linkenpolitiker mit ihrer Kritik auch den zuständigen Gesundheitsminister Jens Spahn in den Fokus: „Je länger die Pandemie dauert, desto klarer zeigt sich bei Spahn, was ihn wirklich auszeichnet: Das Desinteresse an handwerklich solider Politik,“ so Harzer. Rumm ergänzt: „Weder Angestellten, noch Menschen, die auf Pflege angewiesen sind, wird dieser Entwurf gerecht, der nur zeigt, dass vor der Wahl noch ein Punkt auf der Liste abgehakt werden soll, um sich dann erst 2025 – zufällig genau vor den nächsten Wahlen – wieder damit beschäftigen zu müssen.“ Ziel müsse aber sein schnellstmöglich dafür zu sorgen, dass Pflegerinnen und Pfleger den Lohn erhielten, welchen sie für ihre aufopferungsvolle Tätigkeit an der Gesellschaft auch verdienten, so Harzer und Rumm zusammenfassend.



Kathrin Reinhardt

Keine Trostpflaster für Beschäftigte in der Pflege!

Die neue „Pflegereform“ ist eine Mogelpackung und verdiene den Namen nicht, so erklärt Steffen Harzer, Kreisvorsitzender der LINKEN: Hildburghausen, anlässlich der Pflegekampagnentour der Thüringer LINKEN. Am 10 Juni 2021 vpn 10:30 – 12:30Uhr auf dem Hildburghäuser Markplatz. Diese Reform, so ist sich Hans-Jürgen Rumm sicher, ist reines Wahlkampfgeplänkel, das vor der anstehenden Bundestagswahl verlorenes Vertrauen zurückgewinnen und das Versagen des Gesundheitsministers übertünchen soll. In seiner zurückliegenden Tätigkeit als Leiter des Seniorenbüros und der Ehrenamtsagentur des Landkreises habe er genügend Fälle des Versagens des Pflegesystems kennen gelernt, die mit dieser Reform eben nicht behoben werden.

„Das Gesetz berücksichtigt nicht die gesamte Pflege, es ist wie so oft eine Flickschusterei und nicht genügend durchdacht,“ so Rumm. Vielmehr müsse es dafür sorgen, dass alle Fachkräfte in der Altenpflege mehr verdienen.
Pflegeheime und Pflegedienste sollen ab nächstem Jahr nur dann eine Zulassung erhalten, wenn sie die notwendigen Tariflöhne zahlen. „Aber warum nicht einen bundesweiten einheitlichen Tariflohn?“, fragen sich nicht nur die beiden Linkenpolitiker. Der erste Vorstoß, einen einheitlichen Tarifvertrag bundesweit einzuführen, scheiterte, weil ausgerechnet kirchliche Organisationen ihr Veto einlegten. Nahezu 50% der Pflegefachkräfte in der deutschen Altenpflege würden damit auch weiterhin nicht nach Tarif bezahlt, erklärt Rumm.


Experten gingen davon aus, dass der Lohn dieser Pflegekräfte um etwa 300 € monatlich steige. Was zunächst gut klänge, berücksichtige aber keineswegs die Realität des Arbeitsalltags in der Pflege. „Nur etwa ein Drittel der Angestellten arbeiten überhaupt Vollzeit. Die Lohnsteigerung fällt damit für die meisten bereits deutlich geringer aus. Dazu kommen dann noch Steuern und Abgaben,“ ordnet Hans-Jürgen Rumm die Zahlen ein. Eine solche Mini-Lohnerhöhung könne nicht die Lösung für die Pflegekrise sein. Dies überzeuge keinen der Beschäftigten, von denen viele aufgrund der Arbeitsbedingungen ohnehin schon mit ihrem Beruf hadern, weiterhin ihrer Tätigkeit nachzugehen.

Eine weitere Zahl deutet Harzer als Alarmsignal: „Während seit Jahren kontinierlich mehr Menschen pflegebedürftig sind, hinkt die Zahl der Pflegekräfte bereits jetzt drastisch hinterher. In 10 bis 15 Jahren werden mehr als 300.000 Pflegekräfte fehlen.“ Auch hier fehle es an Anreizen, um junge Menschen von diesem Tätigkeitsfeld zu begeistern.
Als Lösungen hierfür führt Hans-Jürgen Rumm neben einem Einstiegsgehalt von 4000€, wie es bereits der Deutsche Pflegerat fordert, die Einführung eines bundeseinheitlichen Pflegeschlüsseln an, der nicht theoretische Planungen, sondern den Alltag berücksichtigen müsse. Zur Finanzierung einer solchen Reform meint er: “Was wir brauchen ist eine gesetzliche Vollversicherung in der Pflege, eine Bürgerversicherung, in die ALLE einzahlen, inbegriffen Beamte und Selbstständige.“ Nur ein Gesetz, dass den Beruf wieder attraktiv mache, habe den Namen „Pflegereform“ überhaupt verdient.

Abschließend neben die beiden Linkenpolitiker mit ihrer Kritik auch den zuständigen Gesundheitsminister Jens Spahn in den Fokus: „Je länger die Pandemie dauert, desto klarer zeigt sich bei Spahn, was ihn wirklich auszeichnet: Das Desinteresse an handwerklich solider Politik,“ so Harzer. Rumm ergänzt: „Weder Angestellten, noch Menschen, die auf Pflege angewiesen sind, wird dieser Entwurf gerecht, der nur zeigt, dass vor der Wahl noch ein Punkt auf der Liste abgehakt werden soll, um sich dann erst 2025 – zufällig genau vor den nächsten Wahlen – wieder damit beschäftigen zu müssen.“ Ziel müsse aber sein schnellstmöglich dafür zu sorgen, dass Pflegerinnen und Pfleger den Lohn erhielten, welchen sie für ihre aufopferungsvolle Tätigkeit an der Gesellschaft auch verdienten, so Harzer und Rumm zusammenfassend.